Vorschau

Farbharmonie als Ziel
Adolf Hölzel auf dem Weg zum Ungegenständlichen

03.02. bis 01.05.2019

Adolf Hölzel: Ohne Titel, um 1920, Pastell, Adolf Hölzel-Stiftung, Stuttgart

Adolf Hölzel: Ohne Titel, um 1920, Pastell, Adolf Hölzel-Stiftung, Stuttgart
© Adolf Hölzel-Stiftung, Stuttgart

Diese Ausstellung geht den faszinierenden Stationen eines der führenden Wegbereiter der Moderne nach: Adolf Hölzel, geboren 1853 in Olmütz. Anfangs schuf er Figurenbilder und Landschaften und erreichte auch aufgrund der von ihm gegründeten Malerschule in Dachau große Anerkennung. Ab 1905 wandelt sich seine Kunst und beinhaltet nun ein langsames, stets didaktisch und theoretisch untermauertes Herangehen an die Abstraktion - zu deren eigentlichen Begründern er zählt.

In der Ausstellung sollen sowohl die einzelnen Schritte wie auch die erstaunliche künstlerische Vielfalt seines Gesamtwerks deutlich werden. Dazu zählen sowohl Pastelle und Ölbilder als auch die bisher als bloße  Morgen- und Fingerübungen bezeichneten Tuschzeichnungen. Hölzel weicht in Bild-Text-Blockvarianten zudem auf die Schrift als intellektuelles Zusatzmedium aus.

Ausgewählt für unser Vorhaben wurden 100 Arbeiten aus dem Besitz der Hölzel Stiftung, Stuttgart und aus den bedeutendsten alten Privatsammlungen zu Hölzel. Bei vielen Werken kommt es deshalb zu einer Erstpräsentation für die Öffentlichkeit. Ein Katalog mit Expertenbeiträgen und ein abwechslungsreiches Begleitprogramm bereichern die Ausstellung.

Henri de Toulouse-Lautrec
Auf den Bühnen von Paris (1891 – 1899)

30.06. bis 29.09.2019

Henri de Toulouse-Lautrec:Ambassadeurs – Aristide Bruant (Detail), 1892, Musèe D‘Ixelles, Büssel, Abbildung via Institut für Kulturaustausch

Henri de Toulouse-Lautrec: Ambassadeurs – Aristide Bruant (Detail), 1892,
Musèe D‘Ixelles, Brüssel Abbildung via Institut für Kulturaustausch

Henri de Toulouse-Lautrec hat sie alle gekannt: die Stars der Pariser Revuen, der Cabarets und der Theater. Das Nachtleben der Belle Époque im Vergnügungsviertel am Montmartre zog damals die Bohème gleichermaßen an wie das Finanzbürgertum und - nicht zuletzt – die Touristen. Ab 1891 entwarf er für Veranstaltungen Plakate, die so faszinierend waren, dass sie sogleich von Kunstfreunden gesammelt wurden. Dieses Plakatwerk wird hier lückenlos gezeigt.

Zusammen mit seinen Kollegen Jules Chéret, dem Tschechen Alfons Mucha, der seit 1889 in Frankreich lebte, und Theóphile-Alexandre Steinlen prägte Toulouse-Lautrec damit einen eigenen Stil zwischen Impressionismus, Japonismus und Art Nouveau. Als Werbeträger bedienten sie sich des Farbdrucks der Chromolithographie. Sie erschufen damit eine eigene Bildwelt für den Auftritt der Schauspieler Aristide Bruant, der Schleiertänzerin Loie Fuller, der im Moulin Rouge arbeitenden Tänzerin Jane Avril und der weitgereisten Sängerin Yvette Guilbert. Mit dem Schwung der aus den Bildern sprühenden Lebenslust wandten sie ihre Darstellungsformen auch auf andere Motive an und beeinflussten damit bald ganz Europa.

Das Museum Georg Schäfer zeigt zusätzlich zu den mehr als 50 Werken biografisches und historisches Material (Filme, Fotografien) aus der einzigartigen Sammlung des Musée d’Ixelles, Brüssel.

 

Josef Wopfner
Landschaftsmalerei zwischen Naturidylle und Dramatik

26.05. bis 01.09.2019

Henri de Toulouse-Lautrec:Ambassadeurs – Aristide Bruant (Detail), 1892, Musèe D‘Ixelles, Büssel, Abbildung via Institut für Kulturaustausch

Josef Wopfner: Verfolgung von Wilderern auf dem Chiemsee, 1884/87,
Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Über Umwege als Stubenmaler und Lithograph gelangte Josef Wopfner, geb. 1846, im Jahr 1864 als Schüler an die Münchner Akademie. Erst nach dem Ende seiner dortigen Ausbildung entdeckte er die süddeutschen Seen, ihr Umland und die einheimische Bevölkerung für sich. Während er die Wintermonate in seinem Münchner Atelier verbrachte, nutzte er den Rest des Jahres zu ausgiebigen Studienreisen, z. B. auf die Chiemsee Inseln. In idyllischen ebenso wie in teils dramatischen Kompositionen widmete er sich diesen Motiven mit Leidenschaft. Dabei ist seine Landschaftsmalerei nie Selbstzweck. Vielmehr bildet sie den Rahmen einer zeitlosen Auseinandersetzung: Das Zusammenleben von Mensch und Natur - eine heute wieder hochaktuelle Diskussion.

Die Ausstellung zeigt neben Gemälden Wopfners zahlreiche unveröffentlichte Zeichnungen und Skizzenbücher aus dem Nachlass. So kann anhand von über 70 Werken ein Einblick in die Arbeitsweise Wopfners gegeben werden. Ausgewählte Leihgaben aus Privatbesitz bereichern die Schau. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Ludwig Richter
Schöne heile Welt

20.10.2019 bis 19.01.2020

Ludwig Richter: Frau mit Kindern an der Quelle/Am Brunnen, 1868, Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Ludwig Richter: Frau mit Kindern an der Quelle/Am Brunnen, 1868,
Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wuchsen Generationen mit den Illustrationen Adrian Ludwig Richters (1803-1884) auf, blätterten durch Richter-Alben und sahen die deutschen Märchen und Sagen mit seinen Augen. Wie kaum ein anderer deutscher Künstler steht er für die Entdeckung der ländlichen und kleinstädtischen, kleinbürgerlichen, familiären Lebenswelt und ihre Tugenden.

Der Künstler hatte als Ansichten-Zeichner begonnen, dann studiert und war 1823 nach Italien gereist, wo er sich dem Kreis der Romantiker anschloss. Anfangs beschäftigten ihn neben den Landschaften seiner Heimat die Motive des Südens, doch zeigte sich bald, dass er auf einem anderen Gebiet weit mehr Erfolg haben sollte: Er wurde zu einem der bekanntesten und gefragtesten Illustratoren Deutschlands. Hierbei entwickelte er eine enorme Produktivität, verhalf dem Holzschnitt in Deutschland zu neuem Leben, ebenso der Kinderliteratur. Schon zu Lebzeiten galt er als lebendes Nationaldenkmal.

Die Ausstellung will mit 100-120 Exponaten den Blick aus heutiger Sicht auf die Bildwelt Richters lenken und Fragen nach seiner Aktualität stellen. Zeigt sich in seinen Werken nicht ein allgemeingültiger Gehalt und eine bis heute andauernde Sehnsucht nach dem Schönen und Heilen?