Vorschau

Rendezvous der Bilder
Meisterwerke aus der Neuen Pinakothek im Museum Georg Schäfer

26. Juni 2021 Eröffnung

Wilhelm Leibl: Mädchen mit weißem Kopftuch, um 1876/77, Öl auf Eichenholz, Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München © Bayerische Staatsgemäldesammlungen
Wilhelm Leibl: Mädchen mit weißem Kopftuch, um 1876/77, Öl auf Eichenholz, Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München
© Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Ab den 1960er Jahren verlieh der Sammler Georg Schäfer viele Werke an staatliche Museen, darunter an die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. In der Neuen Pinakothek in München waren fortan bis zur Eröffnung des Museums Georg Schäfer in Schweinfurt im Jahr 2000 Hauptwerke aus seiner Kollektion zu sehen. Sie korrespondierten mit dem dortigen Bestand.

Nun tritt aufgrund der in München durchgeführten Sanierungsmaßnahmen der umgekehrte Fall ein und führt ab Juni 2021 für die Dauer der Renovierungen zu einem reizvollen Rendezvous der Bilder in Schweinfurt. Gemälde der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen kommen als Leihgaben in das Museum Georg Schäfer.

Nicht nur „alte Freunde“ treffen sich dabei in den Räumen der Ständigen Sammlung, auch getrennte „Familien“ kommen wieder zusammen und feiern ein Augenfest für den Betrachter.

Ausgewählt wurden dazu aus dem berühmten Münchner Bestand 21 Schlüsselwerke. Dies geschah zum einen mit dem Gedanken, unseren Besucherinnen und Besuchern die große Bandbreite der Schaffensphasen einzelner Künstler vor Augen zu führen. Von Johann Georg von Dillis über Adolph Menzel bis hin zu Max Liebermann ergeben sich damit, formal und thematisch gesehen, neue Aspekte. Zum anderen wollten wir die Chance nutzen, jene Räume, die im Museum Georg Schäfer einzelnen Kunststilen gewidmet sind, um Meisterwerke zu bereichern. Werke von Angelika Kauffmann und Adolf Heinrich Lier können exemplarisch einzelne Entwicklungen im Klassizismus und in der Landschaftsmalerei der Münchner Schule aufzeigen.

Esthetic Places
Idyllen in Franken, Thüringen und Sachsen
von Traugott Faber, Johann Adam Klein und Karl August Lebschée

Ursprünglich vom 14. März 2021 bis 06. Juni 2021, verschoben ins Jahr 2023 

Auf mehreren Reisen schuf der Dresdner Maler und Akademielehrer Traugott Faber Ansichten von Bauwerken in Thüringen und Sachsen. Seine farbigen Aquarelle zeigen dabei ländliche Orte fern der großen Welt, die es unter romantischen Landlust-Gesichtspunkten wieder zu entdecken gilt: Versteckte Rittergüter und Mühlen, Gartenhäuser und mittelalterliche Kirchen sowie verfallende Burgen. Selbst von „lost places“ geht dabei ein eigener Zauber aus.
Unter den über 100 Exponaten der Ausstellung befinden sich als Museumsleihgaben auch fränkische Motive von Johann Adam Klein und Karl August Lebschée. Den farbigen Aquarellen werden Fotos der heutigen Situation gegenübergestellt und laden damit zum Abgleich zwischen Einst und Heute ein.

Museum Schloss Weesenstein heute, 2019, Fotografie © Museum Georg Schäfer, Schweinfurt
Museum Schloss Weesenstein heute, 2019, Fotografie © Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Traugott Faber: Schloss Weesenstein, 1844, Bleistift und Aquarell auf Papier, 12,4 x 19,6 cm, Museum Georg Schäfer, Inv. Nr. 3607A © Museum Georg Schäfer, Schweinfurt
Traugott Faber: Schloss Weesenstein, 1844, Bleistift und Aquarell auf Papier,
12,4 x 19,6 cm, Museum Georg Schäfer, Inv. Nr. 3607A © Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Neue Wahrheit? Kleine Wunder!
Die frühen Jahre der Fotografie

03.10.2021 bis 09.01.2022

An einen Schnappschuss war noch nicht zu denken. Eine Fotografie musste gut vorbereitet sein und wurde als Sieg des menschlichen Intellekts über die Kräfte der Natur zelebriert. Die Naturtreue war die neue Wahrheit. Louis Daguerre (1787-1851) stellte 1839 das erste praktikable Verfahren mit seiner „Daguerreotypie“ vor, das auch heute noch als das ästhetisch vollkommenste Stadium der Fotografiegeschichte gilt. Die Entdeckung einer kleinen Portrait-Daguerreoypie Mitte der 1970er Jahre in England begründete die Anfänge einer Privatsammlung, die zum ersten Mal in ihrer Fülle ausgestellt wird und inzwischen international Aufmerksamkeit erregt. Sie besteht aus Meisterwerken, welche die technischen Vorläufer ebenso widerspiegeln wie die launige Gesellschaft ihrer Zeit.

Auguste Bruno Braquehais: Odaliske, ca. 1854, kolorierte Stereodaguerreotypie, Private Sammlung © Collection H.G.
Auguste Bruno Braquehais: Odaliske, ca. 1854, kolorierte Stereodaguerreotypie, Private Sammlung
© Collection H.G.

Platt D. Babbitt: Niagara Fälle, ca.1853, Daguerreotypie, ganze Platte (21,5 x 16,5 cm), Private Sammlung © Collection H.G.
Platt D. Babbitt: Niagara Fälle, ca.1853, Daguerreotypie, ganze Platte (21,5 x 16,5 cm), Private Sammlung
© Collection H.G.

Les Amusements
Max Slevogts Inspirationen durch Bühne und Literatur

13.03.2022 - 19.06.2022

Max Slevogts Leidenschaft für die Bühne, für Musik und Literatur inspirierte viele seiner Werke. Darin liegt auch der thematische Schwerpunkt des Eigenbestands im Museum Georg Schäfer. Er umfasst über 60 Zeichnungen, Bücher und Gemälden, welche nun durch viele Leihgaben vermehrt in einer umfangreichen Ausstellung präsentiert werden. Theater und Musik spielten im Leben Slevogts eine bedeutende Rolle. Selbst ein begabter Pianist, pflegte er Freundschaften zu Musikern wie etwa Richard Strauss und dem Sänger Francisco d’Andrade oder entwarf er Bühnenbilder zu Werken von Hauptmann, Wagner und Mozart.
Bei seinen Illustrationen zur Literatur widersetzte er sich mit Vehemenz der Behauptung, die Illustration sei nur eine untergeordnete Gattung der Kunst. Er forderte zum Missfallen einiger die gleichberechtigte Stellung des Bildes neben der literarischen Grundlage. Slevogt zählt zu den bedeutendsten und revolutionärsten Illustratoren seiner Zeit. Er setzte das Impressionistische – den Moment, die Bewegung, das zufällig Wirkende, Spontane, Sinnliche und die Auflösung von Fläche und Kontur – für die Illustration um. Manche seiner Bilder wirken so modern wie Film-Stills.

Max Slevogt: Totentanz/Maskenball, 1896, Öl auf Leinwand, 102x123 cm, Museum Georg Schäfer, Inv. Nr. MGS 4306 © Museum Georg Schäfer, Schweinfurt
Max Slevogt: Totentanz/Maskenball, 1896, Öl auf Leinwand, 102x123 cm, Museum Georg Schäfer, Inv. Nr. MGS 4306
© Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Max Slevogt: Die zertanzten Schuhe. Illustration zu „Alte Märchen, mit der Feder erzählt“, um 1920, Feder in Braun und Schwarz, 20,5 x 26,7 cm, Museum Georg Schäfer, Schweinfurt © Museum Georg Schäfer, Schweinfurt
Max Slevogt: Die zertanzten Schuhe. Illustration zu „Alte Märchen, mit der Feder erzählt“, um 1920, Feder in Braun und Schwarz, 20,5 x 26,7 cm, Museum Georg Schäfer, Schweinfurt
© Museum Georg Schäfer, Schweinfurt