Vorschau

Esthetic Places
Idyllen von Traugott Faber (1786-1863) in Thüringen und Sachsen

21. Juni bis 30. August 2020

Auf mehreren Reisen in den Jahren 1821-1842 schuf der Dresdner Maler und Akademielehrer Traugott Faber Ansichten von Bauwerken in Thüringen und Sachsen. Seine farbigen Aquarelle zeigen dabei ländliche Orte fern der großen Welt, die es unter romantischen Landlust-Gesichtspunkten wieder zu entdecken gilt: Versteckte Rittergüter und Mühlen, Gartenhäuser und mittelalterliche Kirchen sowie verfallende Burgen.

Dank des großen Bestandes von über 80 Werken werden die ästhetischen Auswahlkriterien Fabers noch heute nachvollziehbar. Seinen Arbeiten werden Fotos der Gegenwartssituation gegenübergestellt, wobei mancher Verlust an Bausubstanz deutlich wird. Selbst von „lost places“ geht dabei ein eigener Zauber aus.

Traugott Faber: Forsthaus bei Moritzburg, 1844, Aquarell
Traugott Faber: Forsthaus bei Moritzburg, 1844, Aquarell
© Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Zum Vergleich: Forsthaus bei Moritzburg, 2019, Fotografie
Zum Vergleich: Forsthaus bei Moritzburg, 2019, Fotografie
© Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Karl Hagemeister
„…das Licht, das ewig wechselt."
Landschaftsmalerei des deutschen Impressionismus

18. Oktober 2020 bis 21. Februar 2021

Karl Hagemeister: Wiesenstück, 1906
Karl Hagemeister: Wiesenstück, 1906, Öl auf Leinwand, 71 x 111 cm, Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte

Karl Hagemeister (1848-1933) gehört nicht nur zu den bedeutenden deutschen Impressionisten, er war auch ein Wegbereiter der modernen Landschaftsmalerei.

Nach Anfängen in Weimar, wo ihn der Lehrer Friedrich Preller auf die Landschaftsmalerei der Schule von Barbizon aufmerksam machte, brachte ihn die Freundschaft mit Carl Schuch in Kontakt zum Leibl-Kreis und zur aktuellen französischen Kunst, insbesondere Manets und der Impressionisten. Hagemeister unternahm einige Reisen innerhalb Europas, ließ sich dann aber in seiner Heimat, in der Nähe von Potsdam nieder. Lebenslang blieb er der märkischen Landschaft verbunden und schöpfe vor allem aus ihr seine Motive. Zwar stand er im Austausch mit der Berliner Kunstszene rund um Max Liebermann, Walter Leistikow oder Lovis Corinth und war Gründungsmitglied der Berliner Secession, doch schuf er sein Werk bevorzugt in der Zurückgezogenheit.

Bei seiner Auffassung von Landschaftsmalerei verfolgte Hagemeister einen eigenen Weg. Schon früh empfand er die Natur als arbeitenden Organismus, dessen Bewegung und Veränderung er malerisch einfangen wollte. So wurde er zum Maler des Lichts und der Bewegung. Von der Grundstimmung ausgehend, hielt er den unmittelbaren Eindruck und das Naturempfinden fest. Er entwickelte dabei eine immer freier werdende, rhythmisch akzentuierte, farbintensive Malweise.

In seinem Spätwerk, in dem See- und Küstenbilder, Meer und Wellen eine herausragende Rolle spielten, gewannen Dynamik und Expressivität an Bedeutung.

Die Ausstellung mit ca. 100 Gemälden, Pastellen und Zeichnungen wird alle Schaffensperioden des Künstlers vorstellen sowie auf wichtige Einflüsse durch Künstlerkollegen hinweisen. Die Exponate stammen aus den großen Hagemeister-Sammlungen, insbesondere aus Potsdam und Berlin. Einige Werke aus Privatbesitz werden erstmals zu sehen sein.

Das Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte in Kooperation mit dem Museum Georg Schäfer, Schweinfurt und dem Kunstmuseum Ahrenshoop.