Vorschau

Ludwig Richter
Schöne heile Welt

20. Oktober 2019 bis 19. Januar 2020

Ludwig Richter: Frau mit Kindern an der Quelle/Am Brunnen, 1868, Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Ludwig Richter: Frau mit Kindern an der Quelle/Am Brunnen, 1868,
Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wuchsen Generationen mit den Illustrationen Adrian Ludwig Richters (1803-1884) auf. Wie kaum ein anderer deutscher Künstler steht Richter für Idyll und Märchen, für Glaube, Liebe und Hoffnung.

Der Künstler hatte als Ansichten-Zeichner begonnen, studiert und war 1823 nach Italien gereist, wo er dem Kreis der Romantiker nahestand. Bis in die 1830er beschäftigten ihn neben den Landschaften seiner Heimat die dort entdeckten Motive, doch zeigte sich bald, dass er auf einem anderen Gebiet weit mehr Erfolg haben sollte – nämlich mit seinen Illustrationen. 1838 ergab sich die erste Zusammenarbeit mit dem Verleger Georg Wigand. In der Folge entwickelte Richter eine enorme Produktivität, verhalf dem Holzstich in Deutschland zu neuem Leben, ebenso der Kinderliteratur; er illustrierte mit unerschöpflicher Fantasie Märchen, Sagen und die Werke der großen deutschen Dichter. Schon zu Lebzeiten galt er als lebendes Nationaldenkmal.

Die Ausstellung in Kooperation mit dem Museum Otto Schäfer, Schweinfurt, will mit etwa 150 Exponaten den Blick aus heutiger Sicht auf die Bildwelt Richters lenken und Fragen nach seiner Aktualität stellen. Zeigen sich in seinen Werken nicht ein allgemeingültiger Gehalt und eine bis heute aktuelle Sehnsucht nach dem Schönen und Heilen? Schon damals reagierte der Künstler auf Kriege, Existenzängste oder auch die Entfremdung von der Natur. Seine Bildwelt wirkt bis heute nach. Einer seiner Fans war Walt Disney.

Auf Augenhöhe
Zwölf deutsche Malerinnen der Romantik im Gegenüber zu ihren Kollegen

16. Februar bis 10. Mai 2020

Maria Angelika Weiss: Mädchenbildnis, 1826, Öl auf Leinwand

Maria Angelika Weiss: Mädchenbildnis, 1826, Öl auf Leinwand
© Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Caroline Bardua: Jugendbildnis Arthur Schopenhauer, 1806/07, Aquarell

Caroline Bardua: Jugendbildnis Arthur Schopenhauer, 1806/07, Aquarell
© Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

In den Werken ihrer Kunst solle der „weibliche Verstand“ und ihre Hand als eigene Macht zum Ausdruck kommen, forderte 1834 die englische Kunstschriftstellerin Anna Jameson von den deutschen Malerinnen als neues Kriterium. Und beginnend mit Raffael reihte sie deren Werke ein in die lange Geschichte der Malerei – ein Statement, das damals so wenig selbstverständlich war wie überhaupt das Urteil einer Frau in Sachen Kunst.

Zwölf Malerinnen der Romantik, mit ihren Meisterwerken, gespiegelt an den Arbeiten männlicher Kollegen, ist diese Ausstellung gewidmet. Kritisch beleuchtet werden Rollenzuweisungen und Rollenforderungen. Unsere Präsentation umfasst ca. 80 Gemälde und Zeichnungen, davon viele unbekannte Arbeiten.

Esthetic Places
Idyllen von Traugott Faber (1786-1863) in Thüringen und Sachsen

21. Juni bis 30. August 2020

Auf mehreren Reisen in den Jahren 1821-1842 schuf der Dresdner Maler und Akademielehrer Traugott Faber Ansichten von Bauwerken in Thüringen und Sachsen. Seine farbigen Aquarelle zeigen dabei ländliche Orte fern der großen Welt, die es unter romantischen Landlust-Gesichtspunkten wieder zu entdecken gilt: Versteckte Rittergüter und Mühlen, Gartenhäuser und mittelalterliche Kirchen sowie verfallende Burgen.

Dank des großen Bestandes von über 80 Werken werden die ästhetischen Auswahlkriterien Fabers noch heute nachvollziehbar. Seinen Arbeiten werden Fotos der Gegenwartssituation gegenübergestellt, wobei mancher Verlust an Bausubstanz deutlich wird. Selbst von „lost places“ geht dabei ein eigener Zauber aus.

Traugott Faber: Forsthaus bei Moritzburg, 1844, Aquarell
Traugott Faber: Forsthaus bei Moritzburg, 1844, Aquarell
© Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Zum Vergleich: Forsthaus bei Moritzburg, 2019, Fotografie
Zum Vergleich: Forsthaus bei Moritzburg, 2019, Fotografie
© Museum Georg Schäfer, Schweinfurt