Vorschau

Talent kennt kein Geschlecht
Malerinnen und Maler der Romantik auf Augenhöhe

16. Februar bis 10. Mai 2020

Franz Krüger: Bildnis Karl Robert Graf Nesselrode, um 1825/30, Öl auf Leinwand, Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Franz Krüger: Bildnis Karl Robert Graf Nesselrode, um 1825/30, Öl auf Leinwand,
Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Julie Gräfin von Egloffstein: Königin Therese von Bayern, 1836, Öl auf Leinwand, Wittelsbacher Ausgleichsfond, Schloss Nymphenburg

Julie Gräfin von Egloffstein: Königin Therese von Bayern, 1836, Öl auf Leinwand,
Wittelsbacher Ausgleichsfond, Schloss Nymphenburg

Diese große Ausstellung stellt zum ersten Mal Meisterwerke der Romantik aus Frauenhand den Arbeiten ihrer männlichen Zeitgenossen gegenüber.

Während in den Jahrhunderten zuvor Künstlerinnen im Bereich der Tafelmalerei allenfalls der Status von Ausnahmetalenten und Einzelgängerinnen zuerkannt wurde, erfolgte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Deutschland ihr Aufbruch als eine sich durch Briefkontakte vernetzende Gruppe. Dieser Aufbruch, ausgehend von wenigen den Frauen offenstehenden Akademien, traf auf erhebliche Vorurteile seitens der männlichen Kollegen. Im September 1818 schrieb etwa Julius Schnorr von Carolsfeld aus Rom, dass er eine deutsche Malerin zur Nachbarin erhalten soll, deren Bekanntschaft er vermeiden werde, denn sie sei „weder jung, schön noch liebenswürdig, noch kann sie was … Ich kann diesen Schlag von Weibern nicht leiden“. Doch nach ihrer Ankunft tauschte er für sie sogar seine Atelierwohnung und urteilte: „Sie ist ein sehr liebes Mädchen. Ohne alles Falsch“. Sie bezeichnete sein Wesen anlässlich des ersten Treffens als „einnehmend und ritterlich“.

1834 forderte die englische Kunstschriftstellerin Anna Jameson von den deutschen Malerinnen, in ihren Werken solle der „weibliche Verstand“ und ihre Hand als eigene Macht zum Ausdruck kommen. Und beginnend mit Raffael reihte sie deren Werke ein in die lange Geschichte der Malerei – ein Statement, das damals so wenig selbstverständlich war wie überhaupt das Urteil einer Frau in Sachen Kunst.

Für die Ausstellung wurden 90 Arbeiten, hauptsächlich Gemälde, aus 23 Museen, Kirchen und privaten Sammlungen ausgewählt. Viele Werke waren noch nie oder sehr lange nicht öffentlich zu sehen. Die Ausstellung geht der Frage des spezifisch Weiblichen und des Rollenspiels in der Romantik nach. Dabei sind die Themenkreise in acht Sektionen chronologisch angelegt und reichen von der Stillebenmalerei über höfische Porträts, Familie und Geselligkeit bis hin zu Italien und Raffael als Vorbild. Durch die Gegenüberstellung mit Werken von männlichen Zeitgenossen ergeben sich spannende Vergleiche hinsichtlich der Themenbehandlung, der Qualität wie auch der Bildtraditionen von ca. 1770 bis 1840.

Vertreten sind 16 Künstlerinnen, darunter Angelika Kauffmann, Caroline Bardua, Marie Ellenrieder und Louise Seidler, sowie 20 Künstler.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Hirmer Verlag.

Esthetic Places
Idyllen von Traugott Faber (1786-1863) in Thüringen und Sachsen

21. Juni bis 30. August 2020

Auf mehreren Reisen in den Jahren 1821-1842 schuf der Dresdner Maler und Akademielehrer Traugott Faber Ansichten von Bauwerken in Thüringen und Sachsen. Seine farbigen Aquarelle zeigen dabei ländliche Orte fern der großen Welt, die es unter romantischen Landlust-Gesichtspunkten wieder zu entdecken gilt: Versteckte Rittergüter und Mühlen, Gartenhäuser und mittelalterliche Kirchen sowie verfallende Burgen.

Dank des großen Bestandes von über 80 Werken werden die ästhetischen Auswahlkriterien Fabers noch heute nachvollziehbar. Seinen Arbeiten werden Fotos der Gegenwartssituation gegenübergestellt, wobei mancher Verlust an Bausubstanz deutlich wird. Selbst von „lost places“ geht dabei ein eigener Zauber aus.

Traugott Faber: Forsthaus bei Moritzburg, 1844, Aquarell
Traugott Faber: Forsthaus bei Moritzburg, 1844, Aquarell
© Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Zum Vergleich: Forsthaus bei Moritzburg, 2019, Fotografie
Zum Vergleich: Forsthaus bei Moritzburg, 2019, Fotografie
© Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Karl Hagemeister
„…das Licht, das ewig wechselt."
Landschaftsmalerei des deutschen Impressionismus

18. Oktober 2020 bis 21. Februar 2021

Karl Hagemeister: Wiesenstück, 1906
Karl Hagemeister: Wiesenstück, 1906, Öl auf Leinwand, 71 x 111 cm, Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte

Karl Hagemeister (1848-1933) gehört nicht nur zu den bedeutenden deutschen Impressionisten, er war auch ein Wegbereiter der modernen Landschaftsmalerei.

Nach Anfängen in Weimar, wo ihn der Lehrer Friedrich Preller auf die Landschaftsmalerei der Schule von Barbizon aufmerksam machte, brachte ihn die Freundschaft mit Carl Schuch in Kontakt zum Leibl-Kreis und zur aktuellen französischen Kunst, insbesondere Manets und der Impressionisten. Hagemeister unternahm einige Reisen innerhalb Europas, ließ sich dann aber in seiner Heimat, in der Nähe von Potsdam nieder. Lebenslang blieb er der märkischen Landschaft verbunden und schöpfe vor allem aus ihr seine Motive. Zwar stand er im Austausch mit der Berliner Kunstszene rund um Max Liebermann, Walter Leistikow oder Lovis Corinth und war Gründungsmitglied der Berliner Secession, doch schuf er sein Werk bevorzugt in der Zurückgezogenheit.

Bei seiner Auffassung von Landschaftsmalerei verfolgte Hagemeister einen eigenen Weg. Schon früh empfand er die Natur als arbeitenden Organismus, dessen Bewegung und Veränderung er malerisch einfangen wollte. So wurde er zum Maler des Lichts und der Bewegung. Von der Grundstimmung ausgehend, hielt er den unmittelbaren Eindruck und das Naturempfinden fest. Er entwickelte dabei eine immer freier werdende, rhythmisch akzentuierte, farbintensive Malweise.

In seinem Spätwerk, in dem See- und Küstenbilder, Meer und Wellen eine herausragende Rolle spielten, gewannen Dynamik und Expressivität an Bedeutung.

Die Ausstellung mit ca. 100 Gemälden, Pastellen und Zeichnungen wird alle Schaffensperioden des Künstlers vorstellen sowie auf wichtige Einflüsse durch Künstlerkollegen hinweisen. Die Exponate stammen aus den großen Hagemeister-Sammlungen, insbesondere aus Potsdam und Berlin. Einige Werke aus Privatbesitz werden erstmals zu sehen sein.

Das Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte in Kooperation mit dem Museum Georg Schäfer, Schweinfurt und dem Kunstmuseum Ahrenshoop.